Ein halbes Jahr früher als geplant haben bereits die ersten Studierenden ihre Apartments in einem der drei neuen Studierendenwohnhäuser am Universitätscampus in Saarbrücken bezogen. Zur Begrüßung der neuen Bewohnerinnen und Bewohner lud das Ministerium der Finanzen und für Wissenschaft gemeinsam mit der WOGE Saar am 24. April zum Grillnachmittag ein. Die Veranstaltung markierte zugleich die offizielle Eröffnung der Studierendenwohnhäuser mit insgesamt 234 Wohnplätzen auf dem Campus. Auch die Ministerpräsidentin Anke Rehlinger war vor Ort und hieß die Anwesenden persönlich willkommen. Zusammen mit dem Wissenschaftsminister Jakob von Weizsäcker und dem Geschäftsführer der WOGE Saar Mirco Bertucci eröffnete sie die Veranstaltung mit einem kurzen Grußwort.
Dabei betonte sie: „Wer studieren will, braucht mehr als nur einen Studienplatz! Wir schaffen deshalb nicht einfach neuen Wohnraum, sondern einen Ort zum Ankommen, zum Wohlfühlen und zum Leben. So wächst ein Campus, auf dem Studium und Alltag zusammenfinden und gute Bedingungen für ein attraktives Studium herrschen. Campus1000 wird damit sowohl zum Lebenszentrum als auch zum Anziehungspunkt für Studierende von heute und morgen. Das stärkt zugleich unseren Wissenschafts-standort wie unser gesamtes Land.“
„Die Idee von Campus 1000 ist ganz einfach: Wer zusammen mit seinen Kommilitonen lernt, lebt und feiert, studiert erfolgreicher und freudvoller. Aus Fremden werden Freunde“, weiß Wissenschaftsminister von Weizsäcker. „Auf dem Campus der Universität entsteht ein neues Wohnquartier für unsere Fachkräfte von morgen. Die ersten 234 Wohnplätze wurden deutlich schneller fertig als ursprünglich geplant. Das ist das Ergebnis einer vorbildlichen Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten Akteuren. In diesem Geist machen wir jetzt weiter.“
Wenn auch der Minister für Inneres, Bauen und Sport Reinhold Jost nicht teilnehmen konnte, liegt ihm das Projekt am Herzen:
„Mit der Neuausrichtung der sozialen Wohnraumförderung und verlässlichen baurechtlichen Rahmenbedingungen haben wir den sozialen Wohnungsbau im Saarland wieder auf Kurs gebracht. Die neuen Studierendenwohnhäuser zeigen, dass diese Maßnahmen wirken. Zusätzliche Studierendenwohnungen entlasten zugleich den allgemeinen Wohnungsmarkt und schaffen so spürbare Entlastung auch für andere Wohnungssuchende.“
Weitere Teilnehmer äußerten sich, wie folgt:
Mirco Bertucci, Geschäftsführer WOGE Saar:
„Wir sind stolz darauf, dass wir mit den drei top modernen Studierendenwohnhäusern nicht nur das größte Bauprojekt seiner Art im Land realisiert haben, sondern auch ein Semester früher als geplant in die Vermietung starten. Die WOGE bleibt weiterhin ein wichtiger Player auf dem Campus, als Vermieter für die bestehenden Häuser und als Bauherr für die weiteren geplanten Gebäude.“
Dr. Roland Rolles, Vizepräsident für Verwaltung und Wirtschaftsführung der Universität des Saarlandes:
„Wir freuen uns, dass die drei neuen Studierendenwohnheime direkt am Campus bereits bezugsfertig sind. Für Studierende, die sich für ein Studium an der Universität des Saarlandes interessieren, sind günstige Wohnmöglichkeiten wichtig. Die Wohnheime werden auch dazu beitragen, dass wieder mehr studentisches Leben am Campus stattfindet und sich das Areal gemeinsam mit dem Hochschulsport zu einem sehr gut besuchten Campusviertel entwickelt.“
Carsten Rast, Vorstand des Studierendenwerks:
„Seit Generationen helfen wir den Studierenden dabei, bezahlbaren Wohnraum im Saarland zu finden. Dabei setzen wir auf hohe Qualitätsstandards und effiziente Strukturen. Gemeinsam mit der WOGE bündeln wir unsere Kompetenzen, um die Voraussetzungen zu schaffen, damit Studierende auch in Zukunft guten und finanzierbaren Wohnraum finden.“
Cedric Bender, Vorsitzender des AStA der Universität:
„Wer ein Studium beginnt, braucht nicht nur einen Studienplatz, sondern auch einen Ort zum Leben. Dass nun neue Wohnheime direkt am Campus eröffnet werden, ist deshalb ein wichtiger und längst nötiger Schritt. Gerade in Zeiten angespannter Wohnungsmärkte entlastet das viele Studierende spürbar. Für uns als AStA ist entscheidend, dass der Campus nicht nur ein Ort zum Lernen ist, sondern ein Ort, an dem man gut ankommen und zuhause sein kann.“
Schwenken und Wohnungen besichtigen
Treffpunkt war der Grillplatz zwischen Haus 1 und Haus 2, wo alle in entspannter Atmosphäre zusammenkamen. Ca. 80 Studierende, darunter viele Internationale, haben teilgenommen. Hier herrschte lebendiges Treiben bei leckeren Würstchen – die Bewohnerinnen und Bewohner konnten im Austausch ihre ersten Eindrücke vom Leben in den neuen Wohnheimen weitergeben.
So betonte die 25-jährige Iranerin Maryam Hosseinali, die in Saarbrücken ihr Informatikstudium fortsetzt, wie froh sie sei, hier einen Platz gefunden und binnen kürzester Zeit umfassende Unterstützung bekommen zu haben. Dass ihr Wohnheim so nah an den Hörsälen gelegen und viel Natur in der Umgebung ist, freue sie besonders.
Sie ist eine der Studierenden, die ihr Apartment zur Besichtigung bereitstellten. Zum Dank erhielten diese einen Gutschein für den Campusmarkt, einem kleinen Supermarkt in der Nähe des Campuscenters, der neben Snacks und Schreibwaren auch frische Lebensmittel anbietet.
Mit den neuen Wohnhäusern, nur wenige Gehminuten von Mensa, Bibliothek und Hörsälen entfernt, sind die ersten zusätzlichen Studierendenwohnungen auf dem Campus seit 1989 entstanden. Sie bieten (erster Bauabschnitt) 234 Wohnplätze. Nach insgesamt 472 Anfragen sind zum Mietbeginn am 1. März 147 Mietverträge zustande gekommen.
Der Einzug der Studierenden in die neuen Wohnhäuser auf dem Campus markiert einen ersten Meilenstein des Projekts Campus 1000.
Über Campus 1000
In diesem Gemeinschaftsprojekt von Land und Universität sollen über 1.000 moderne, bezahlbare Wohnplätze für Studierende entstehen, die in den ersten beiden Bauabschnitten von der landeseigenen WOGE Saar realisiert werden. Die Initiative von Minister von Weizsäcker sieht vor, diese auf dem Campus oder in unmittelbarer Nähe zu schaffen – mit kurzen Wegen zwischen Wohnen, Lernen und Forschen als klarem Vorteil.
Damit stärkt das Land gezielt den studentischen Wohnraum und erhöht zugleich die Attraktivität sowie die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Hochschulstandortes Saarland.
Neuer Wohnraum in kurzer Zeit
Fertig gestellt hatte die WOGE Saar die drei nahezu identische Studierendenwohnhäuser mit insgesamt 234 Wohnplätzen bzw. 226 Apartments im Dezember ´25 (Haus 1 und Haus 2) und im Januar ´26 (Haus 3) – etwa ein halbes Jahr früher als geplant.
Bereits gut ein Jahr nach der ersten Konzeption erfolgte der Spatenstich. Vorausgegangen waren zahlreiche Abstimmungen zwischen dem federführenden Ministerium der Finanzen und für Wissenschaft und der WOGE Saar, Wohnungsgesellschaft Saarland, der Universität des Saarlandes, dem Ministerium für Inneres, Bauen und Sport, das die begleitenden Infrastrukturmaßnahmen übernahm, sowie der Landeshauptstadt Saarbrücken. Bereits ca. eineinhalb Jahre nach Baubeginn konnten in diesem Frühjahr die ersten Studierenden einziehen. Damit wurde in bemerkenswert kurzer Zeit neuer studentischer Wohnraum geschaffen – ein Beleg für die hohe Priorität des Projektes und die Umsetzungsstärke aller Beteiligten.
Gebäude und Vermietung
Im Erdgeschoss jedes Gebäudes befinden sich je ein rollstuhlgerechtes und je sechs barrierearme Apartments. Alle anderen Wohnungen in den drei Obergeschossen sind barrierefrei über einen Aufzug und ausreichend breite Flure zu erreichen. Im Erdgeschoss befinden sich die Gemeinschafts- und Hauswirtschaftsräume sowie weitere Ein-Zimmer-Apartments. Im südlichen Gebäude, dem Haus 3, befinden sich acht für Paare vorgesehene Doppelapartments. Jedes Wohnheim verfügt über einen großzügigen mit Sofas und Küchen ausgestatteten Gemeinschaftsraum.
Eigentümer der Häuser ist die WOGE Saar. Die Vermietung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Studierendenwerk Saarland: Dieses verantwortet das Bewerbungsmanagement, während die Wohnungsgesellschaft die Aufgaben des Vermieters übernimmt und Ansprechpartner für alle mietvertragsrelevanten Themen sowie den eigentlichen Betrieb ist. Die Kosten für die Kaltmiete beim Einzelapartment liegen bei 275 Euro, beim Doppelapartment bei 550 Euro.
Investition
Die Investition in Höhe von 23,5 Millionen Euro wird – nach Abzug der Förderung – durch die landeseigene WOGE Saar finanziert. Die Apartments wurden aus Mitteln des Landes und des Bundes über die SIKB, Saarländische Investitions- und Kreditbank, gefördert. Der Bund trug mit einer Förderung über rund 9 Mio. Euro das Land mit 2,7 Mio. Euro zu dem Projekt bei.
Ausblick
Die Bauplanung für weitere Wohnplätze läuft: Nördlich des ersten Bauabschnittes werden mit dem Bauabschnitt 2 voraussichtlich weitere 306 Studierendenwohnhausplätze entstehen. Der Bauantrag wurde bereits im November eingereicht. Nach Erteilung der Baugenehmigung soll zeitnah der Generalunternehmer beauftragt werden. Ziel ist Baubeginn Ende 2026 und Fertigstellung bis 2028. Zusammen mit BA 1 entstehen damit 540 neue Wohnplätze auf dem Campus.